Germany – Flight simulators – Lieferung, Installation und Inbetriebnahme eines Cockpits für einen Flugsimulator mit Motionsplattform
🇩🇪Universität der Bundeswehr München (UniBw M)·Germany
Full Description
In Zukunft wird die Leistungsfähigkeit militärischer Luftfahrzeuge in erheblichem Maß durch den Einsatz von Missionstechnologien bestimmt. Traditionell üben fast aus-schließlich Menschen missionsspezifische Funktionen wie die Situationsanalyse, die Entscheidungsfindung und die Planung des Einsatzes aus. Sie greifen schon heute etwa mit Sensoren, Selbstschutzeinrichtungen und Wirkmitteln auf verschiedene techno-logische Hilfsmittel zurück, die bisher jedoch weit überwiegend eine dienende Funktion einnehmen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung von Luftfahrzeugen und der steigenden Verfügbarkeit von Methoden und Algorithmen zur Abbildung menschlicher kognitiver Leistungen durch Künstliche Intelligenz (KI) auf Bordrechnern (z.B. wahrnehmen, analysieren, entscheiden, planen, kommunizieren, lernen), werden künftig immer mehr Missionsaufgaben automatisiert. Menschen müssen jedoch insbesondere aus ethischen Gründen auch in Zukunft die zentralen Entscheidungen treffen. Die Bundeswehr muss diesen stark steigenden Anforderungen an das effiziente und störungsfreie Zusammenwirken von Mensch und Technik Rechnung tragen. Die Bundeswehr erforschte und entwickelte die relevanten Technologien bisher in spezifischen Umgebungen, die auf die jeweilige Aufgabe zugeschnitten waren. Zukünftig wird die Bundeswehr auf neue Methoden zurückgreifen müssen, um die sich zwischen den kritischen Elementen Szenarien, Missionen, Nutzer und Missionstechnologien ergebenden Wechselwirkungen angemessen abzubilden. Mit dem Projekt MissionLab leistet die UniBw M einen Beitrag dazu, die nationale Analyse-, Beurteilungs- und Entscheidungsfähigkeit der Bundeswehr aufzubauen, zu stärken und mittel- bis langfristig zu erhalten. Durch das Projekt MissionLab schafft die UniBw M eine integrierte, über die beteiligten Institute verteilte Infrastruktur und Experimentalumgebung, mit der sie Missionstechnologien und entsprechende Konzepte zur Automatisierung, zur Mensch-Maschine-Integration und zur Ausbildung von Nutzern durchgängig von Constructive-Umgebungen (Rechner-Modelle) über Virtual Umgebungen (Simulator-Cockpits) bis hin zu Live-Umgebungen (Flugversuchsträger) untersuchen kann. Sie will Forschungsergebnisse anhand von Funktionsprototypen für Missionssysteme durchgängig und nahtlos von niedrigen Technologiereifegraden bis hin zu Flugversuchen in realen Umgebungen erzielen. Für das dtec.bw Projekt MissionLab beschaffte die UniBw M einen Flugsimulator zur Untersuchung des Pilotenverhaltens in Interaktion mit einer KI-gestützten Cockpit-Assistenz. Der Auftragnehmer hat hierfür das Motion-System des Flugsimulators geliefert und integriert. Zur Erweiterung des Flugsimulators benötigt die UniBw M ein Single-Pilot-Forschungscockpit, welches in den vorhandenen Full Flight Simulator Dom, der sich auf einem 6DOF Motionsystem befindet, integriert wird. Auftragsgegenstand ist die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme des Cockpits für den Flugsimulator mit Motionsplattform. Darüber hinaus muss der Auftragnehmer Serviceleistungen erbringen. Der Auftragnehmer muss ein demonstrierbares und bedienbares Cockpit mit einem CLS (entweder Kampf-Jet oder Kampf-Heli) innerhalb 90 Tagen nach der Erteilung des Zuschlages abnahmereif liefern, installieren und in Betrieb nehmen. Bis zum 30.11.2024 muss der Auftragnehmer das Gesamtcockpit mit CLS anderer Flugsysteme abnahmereif liefern, installieren und in Betrieb nehmen. Die UniBw M ist berechtigt, über diese Leistung hinausgehende Änderungen zu verlangen. Insbesondere muss der Auftragnehmer das Cockpit gegebenenfalls mit einem einfachen G-Seat System inklusive eines Seat-shakers nachrüsten. Da das dtec.bw-Projekt MissionLab auch das Ziel der Vernetzung verschiedener Forschungssimulatoren verfolgt, muss der Auftragnehmer die Architektur und die API/Software offenlegen, sodass eine Software- und Hardware-Kompatibilität mit anderen Forschungssimulatoren gewährleistet wird. Um eine Kompatibilität mit dem bestehenden System zu gewährleisten, ist es zwingend erforderlich, dass der Auftragnehmer Controls der Brunner Elektronik AG verwendet.